Einleitung
E-Government verspricht verbesserte Servicequalität sowie Zeit- und Kosteneinsparungen.
Inwiefern diese Potentiale ausgereizt werden können, wird durch die vorliegende Arbeit
anhand von Fallbeispielen verdeutlicht.
Eine erfolgreiche Einführung von E-Government wird naturgemäß durch die Akzeptanz
der Nutzer beeinflusst. Auch dieser Aspekt wird beleuchtet werden.
Die E-Government-Initiative BundOnline 2005 startete im Sommer 2000.
Dahinter steht die Selbstverpflichtung alle internetfähigen Dienstleistungen bis zum
Jahr 2005 online bereitzustellen.
Dabei werden die Dienstleistungen in die Kategorien Transaktion, Kommunikation und Information
eingeteilt. Die Umsetzung erfolgt dezentral durch die jeweiligen Ressorts.
Bis zum 9. Februar 2005 wurden von 376 identifizierten und für internetfähig
erklärten Dienstleistungen 329 online bereit gestellt.
Im Rahmen dieses Projektseminars wurden in Zusammenarbeit mit dem
Bundesinnenministerium zwei öffentliche
Dienstleistungen analysiert.
Die Erstbeantragung der Bundesausbildungsförderungshilfe und die Online-Patentanmeldung
des Deutschen Patent- und Markenamtes entsprechen auf zwei verschiedenen Ebenen der
Schnittstellentypisierung zwischen Kunde (Bürger oder Wirtschaft) und Verwaltung.
Während im Fall Bafög-Beantragung bis auf den Zugang zu druckbaren Formularen lediglich
der Informationsaustausch über das Internet möglich ist, entsprechen die Eigenschaften
der Online-Patentanmeldung schon den Merkmalen einer Transaktion.
Für die Auswahl der untersuchten Dienstleistungen war die voraussichtlich hohe Vertrautheit
des typischen Nutzers mit dem Medium Internet entscheidend.
Sowohl Schüler und Studierende als auch Patentanmelder (insbesondere Patentanwälte,
die mit hoher Frequenz Patente anmelden) dürften überproportional gut mit dem
Internet vertraut sein. Das Gegenteilige ist zum Beispiel bei Altersrentendienstleistungen zu erwarten, deren Nutzerkreis haupt-sächlich aus Senioren besteht.
Das E-Government-Konzept schließt jedoch neben der Schnittstellengestaltung im Front-Office
auch die Analyse und Optimierung der Back-Office-Prozesse unter intensiver Nutzung
der Informations- und Kommunikationstechnik ein. Diese Arbeit berücksichtigt beide Aspekte,
den Online-Zugang zu den Dienstleistungen ebenso wie die Prozessanalyse.
Das Ziel des Projektes war es bestehende Systeme zu analysieren und Darzustellen.
Auf dieser Basis sollten die Nutzerzahlen erklärt und Veränderungsvorschläge zur
Steigerung der Nutzerzahlen gemacht werden. Ebenfalls wurden die
Prozessabläufe analysiert und Optimierungsvorschläge gemacht.
Zu diesem Thema liegen die Vortragsfolien des Kick-Off-Meetings und der Abschlusspräsentation,
sowie der detailierte Abschlussbericht vor.
M. Stein, Ronald Nitschke, Alexander Heine, 2005
Universität Potsdam, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und E-Government.
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