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Universität Potsdam
Institut für Informatik
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Die elektronische Gesundheitskarte

[Ausarbeitung zum Seminar E-Government]

Die Gesundheitskarte

Im Vergleich zur Versichertenkarte der ersten Generation, die eine reine Speicherkarte ist, hat die neue Karte ein eigenes Betriebssystem. Durch dieses haben nur autorisierte Personen Zugriff auf die Informationen der Karte. Die Daten der alten Karte können ohne großen Aufwand mit Hilfe eines Lesegerätes abgerufen werden.1)
Weiter bietet die elektronische Gesundheitskarte eine Erweiterung der Identifikationsfunktion der alten Karte durch das Aufbringen eines Passbildes. Zu den Grundfunktionen der Karte gehören auch Sicherheitsanwendungen zur Authentifizierung und Verschlüsselung. Ebenfalls eingeschlossen ist die elektronisch Signatur. Ferner werden Gesundheitsdaten direkt auf der Karte gespeichert, dazu sollen 64 Kilobyte zur Verfügung stehen. Der derzeitige Technologiestand würde die Speicherung weitaus größerer Datenmengen erlauben. Die elektronische Gesundheitskarte fungiert außerdem als Werkzeug für Serveranwendungen. Der Zugriff erfolgt dann über Verweise auf der Karte.2) Oben wurde die Funktionalität der Karte bereits aufgelistet, im folgenden werden die einzelnen Anwendungen genauer beschrieben.

Die elektronische Patientenakte

Eine Funktion, die erst verzögert implementiert wird ist die elektronische Patientenakte. Die bisherigen Patientendaten werden in den jeweiligen Arztpraxen gespeichert, somit sind Informationen über einen Patienten auf verschiedene Standorte verteilt. Die Einführung der elektronischen Patientenakte soll die Datenhaltung zentralisieren und dem Patienten mehr Kontrolle über seine persönlichen Daten geben. Es ist ein weiterer Schritt zu einer papierlosen Dokumentation. Die Patientenakte beinhaltet zusätzliche Gesundheitsinformationen (z.B. aktuelle Diagnosen, Operationen, Impfungen und Röntgenuntersuchungen). Da das Datenaufkommen für Diagnosen und Bildmaterial (wie zum Beispiel Röntgenbilder) sehr hoch sein wird, steht die Chipkarte, wie sie im Moment vorgesehen ist, als Speicherort nicht zu Verfügung. Deshalb ist eine serverbasierte Speicherung geplant. Die Daten werden auf dem Server fallorientiert abgelegt werden. Das heißt, die Behandlungsdaten werden in Patientenfächern der Patientenakte abgespeichert und der Patient gewährt dem jeweiligen Arzt ein Zugriffsrecht für das zutreffende Fach. Somit können bestimmte Fächer gesperrt werden.3) Voraussetzung für diese Funktion ist eine entsprechende Benutzerschnittstelle für den Patienten. Bisher kann er nur zusammen mit einem Arzt auf die Daten zugreifen. Um die Patientenakte verwalten zu können, muss er jedoch allein auf die Daten zugreifen können. Dies könnte über ein Kartenlesegerät und eine einfache Software zu Hause geschehen oder wahlweise an öffentlichen Terminals.

Weitere Funktionen

Die auf der Karte gespeicherten Notfalldaten schließen die Blutgruppe, chronische Organleiden, Allergien, Herzkrankheiten, Dialyseanwendungen und Asthmaerkrankungen ein. Der Zugriff auf diese Daten ist selbstverständlich ohne die Eingabe der PIN durch den Patienten möglich. Ebensowenig ist eine Online-Abfrage sinnvoll, diese Daten müssen also direkt auf der Karte gespeichert werden.
Ferner wird es eine Arzneimitteldokumentation geben, die die Einnahme von Medikamenten protokolliert. So können Wechselwirkungen, Überdosierungen und Missbrauch verhindert werden.
Die Patientenquittung informiert die Patienten über die vom Arzt erbrachten Leistungen und deren vorläufige Kosten. Dies schafft Transparenz und dient zugleich der Kontrolle des Arztes.
Elektronische Arztbriefe sollen die Kommunikation unter den behandelnden Ärzten verbessern. Wird ein Patient beispielsweise aus dem Krankenhaus entlassen, kann der dort behandelnde Arzt Informationen zur Nachversorgung durch den Hausarzt auf der Karte speichern. Diese Funktion könnte jedoch schon heute per E-Mail mit einem ähnlichem Ergebnis zur Verfügung stehen. Dem Austausch der Daten soll ein Server dienen, der den E-Arztbrief speichert und diesen nur an den jeweiligen Arzt ausgibt. Nach diesem indirekten Versand wird der Brief auf dem Server gelöscht. Die Absicherung des E-Briefs soll durch eine Authentifizierung der Ärzte und eine Übergabe von Schlüsseln erfolgen. Wünscht ein Patient Einsicht in einen Arztbrief, kann er zu seinem Hausarzt gehen und eine Kopie anfordern. Für die Ärzte ergeben sich hierdurch Einsparungen in den Versand- und Verpackungskosten, außerdem wird der Weiterleitungsaufwand verringert.
Im Patientenfach können eigene, von den Patienten selbst zur Verfügung gestellte Daten abgelegt werden. Das können Verlaufsprotokolle eines Diabetikers oder ein Hinweis auf eine Patientenverfügung sein. Generell bestimmt die Speichergröße der Karte die Entscheidung über den Einsatz von Servern. Ist die Karte ausreichend groß, sind Server überflüssig, da die Daten auf der Karte gespeichert werden können. Diese Problematik wird im Kapitel 3 näher erläutert.

 


1) Siehe http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/karte/download/050114_paland_potsdam.pdf.
2) Siehe http://www.dimdi.de/static/de/ehealth/karte/basisinformation/ziele/index.htm.
3) Siehe http://www.cowboy-jim.de/uploads/media/seminar2.pdf.

 

M. Stein, Ronald Nitschke, Alexander Heine, 2005
Universität Potsdam, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und E-Government.
 
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