Pilotprojekte
Im Rahmen der Vorbereitungen für die Einführung der elektronischen
Gesundheitskarte wurden für 17 Millionen Euro Pilotprojekte in
acht Modellregionen durchgeführt. In Rheinland-Pfalz wurden in der
Region Trier etwa 10.000 Patienten, 2 Krankenhäuser und 47 Ärzte
in das Projekt mit einbezogen. Die Kosten von 2 bis 3 Millionen
Euro wurden zum Großteil durch die Krankenkassen getragen. Die
wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Trier wurde vom
Land Rheinland-Pfalz finanziert.
Im Rahmen des Pilotprojektes wurden die Pflichtanwendungen
Versichertendatenmanagement und E-Rezept getestet. Als Anwendungen
auf freiwilliger Basis wurden ferner die elektronische
Gesundheitsakte und die Arzneimitteldokumentation überprüft.
Neben dem Testen der verschiedenen Funktionen der Gesundheitskarte,
der Qualität der medizinischen Leistung und der Wirtschaftlichkeit,
ist das wesentliche Ziel dieser Projekte die Akzeptanz der
Gesundheitskarte bei den Nutzern zu steigern.1)
Bei den Testpersonen findet die Gesundheitskarte
Zuspruch. Sie erhoffen sich vor allem eine Entbürokratisierung. Als
weiteren Vorteil sehen sie die Möglichkeit, die persönlichen
Notfalldaten auf der Karte zu speichern. Dies ist mit der Erwartung
verbunden, im Notfall schneller Hilfe erhalten zu können. Die
beteiligten Ärzte sehen die Einführung der Karte eher problematisch.
Für sie entsteht ein erhöhter Beratungsaufwand. Im Durchschnitt
werden 16 Minuten benötigt um einen Patienten mit den Funktionen der
neuen Karte vertraut zu machen. Daneben werden die hohen
Investitionskosten für neue Hard- und Software bemängelt, die in den
Modellprojekten bei etwa 3.000 Euro pro Arztpraxis liegen. Dabei
sind die Betriebskosten noch nicht berücksichtigt.
1) Vgl. dazu http://www.telematik-modellregionen.de/content/e621/index_ger.html.
M. Stein, Ronald Nitschke, Alexander Heine, 2005
Universität Potsdam, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und E-Government.
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