Einleitung
Bei der Kommunikation zwischen Maschinen ist es meist
unerlässlich, dass der Mensch diese Kommunikation leitet. Die Idee
von allgegenwärtigen Rechnern, die das Leben des Menschen zwar
beeinflussen, jedoch im Verborgenen bleiben, verlangt jedoch eine
Möglichkeit der Kommunikation zwischen Maschinen ohne dass der
Mensch sich daran beteiligen muss.

Abbildung: "Put the human out of the loop."
Es müssen also Systeme (im Folgenden Semantic Gadgets
genannt) eingeführt werden, die ohne die Interaktion des Menschen
arbeiten können. Der mobile Informationszugang ist schon
weitgehend Realität. Die Mittel sind u.a. Laptops, PDAs,
WAP-Handys sowie gute drahtlose Kommunikationsverbindungen wie
UMTS, W-LAN und Bluetooth. Noch unereicht ist das Ziel, dass
verschiedenste Alltagsgeräte mit miniaturisierter eigener
Rechnerleistung und Sensoren kommunizieren. Ubiquitous
Computing bedeutet also die nahtlose und unbemerkte Einbettung
von Rechnern in die alltägliche Umwelt.
"Ubiquitous Computing veredelt die Welt der Atome durch
Bits." 1)
Durch Ubiquitous Computing wird jedes Element der realen Welt zu
einem "smarten Ding", d.h. es erhält die Möglichkeit
Informationen aus der Umwelt aufzunehmen und diese weiter zu
verarbeiten. Dies kann von einer einfachen Identifikation bis zu
hochsensibler Sensorik reichen. Entscheidend ist, dass
Informationen vollautomatisch aus der realen Welt in
Informationssysteme übernommen werden können.
Es werden Schlüsseltechnologien benötigt, die zusammen dem Konzept von
Semantic Web entsprechen. Darunter fallen Service
Discovery, Künstliche Intelligenz, Wissensrepräsentation und
Ontologien. Diese Technologien wurden unabhängig vom Semantischen
Web entwickelt.
Hinter dem Semantic Web steht also die Idee, Informationen, die
bisher ausschließlich für den Menschen zugänglich sind, auch für
Maschinen verstehbar zu machen. Dabei ist das Semantic Web keine
Spezifikation sondern ein Konzept. Manchmal wird Semantic Web
sogar als Philosophie bezeichnet. Es wird keine Technik
ausgeschlossen, die der Zielerreichung dienlich ist. Die
derzeitigen Kerntechniken wie URI, XML und RDF sind unabhängig von
der Idee des Semantischen Web entwickelt worden. Dem bestehenden
Internet wird eine Semantikschicht eingezogen, welche die logisch
verknüpfte Verarbeitung von Daten durch Maschinen
ermöglicht.2)
Ein Teilaspekt ist das so genannte Schließen, also das
selbstständige Erschließen von (noch nicht existierenden)
Informationen aus vorhandenem Wissen. Im Semantic Web
kommunizieren Maschinen miteinander, die im Auftrag von Menschen
teilweise autonom handeln. Sie operieren auf Basis der von einem
Nutzer eingegebenen Daten und sind bedingt fähig, logisch zu
denken.
Innerhalb dieser Arbeit wird auch das Thema Web Services
behandelt, welches in enger Verbindung zum Konzept des
Semantischen Webs steht.3) Die
Grundidee der Web Services ist die Möglichkeit der Kommunikation
als Basis von Kooperation und Integration über Applikations- und
Organisationsebenen hinweg. Grundlage sind unter anderem entfernte
Methodenaufrufe (Remote Procedure Calls). Die Daten werden über
das Internet oder Webtechniken übermittelt (zumeist http, aber
auch TCP). Durch Sekundärspezifikationen werden höhere
Kommunikationssemantiken erforderlich. Dabei spielen Sicherheit,
Routing, Transaktion und Management eine tragende Rolle.
Das Semantische Web und die Web Services ergeben zusammen eine
serviceorientierte Architektur. Darunter ist eine Methode zur
Konzeption und Realisierung von Anwendungen zu verstehen, die es
verschiedenen Applikationen unabhängig vom zugrunde liegenden
Betriebssystem und der gewählten Programmiersprache erlaubt, Daten
auszutauschen und zu verarbeiten. Zur Realisierung werden
vollständige Anwendungen oder Teile daraus, als Dienste angeboten,
die ohne Codierungsaufwand genutzt werden können. Schließlich
sollte die Suche nach Web Services auf Semantic Web Techniken
beruhen.
1) Siehe http://www.lutzmaicher.de/ange7.html.
2) Siehe http://idw-online.de/pages/de/news?print=1&id=76049.
3) Siehe zu diesen Ausführungen http://www.jeckle.de/files/swtour.pdf.
M. Stein, Ronald Nitschke, Alexander Heine, 2005
Universität Potsdam, Institut für Informatik
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